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Gabriele Rempe

Jahrgang 1959 , Hamm

 

„Alle reden über schwierige Zeiten. Wenn ich mit in dieses Badewasser gehe, komme ich nicht weiter.“

                                 

Firmenprofil

 

 

Name des Unternehmens

 

bios Gabriele Rempe GmbH

 

Standort

 

Hamm

 

Dienstleistungen/Produkte

 

Fachgroßhandel für ökologische Produkte
 Belieferung von Konzernen, Universitäts-Mensen, Krankenhäusern u.a. mit Ready-Cut-Produkten; Workshops zu Ernährung und Bio-Kost 

 

Zahl der Beschäftigten

 

5

 

Gründung

 

1997

 

Gründungs-Idee

 

Erkennen der Marktlücke, Großküchen mit Bio-Produkten zu beliefern.

 

Ausbildung und Berufstätigkeit vor Einstieg in das Familienunternehmen

 

Ausbildung zur Ökotrophologin, Studium zur Dipl.ing. für Lebensmitteltechnologie, Diplomarbeit bei Bayer, 4 Semester Ökologie-Studium, 3 Jahre Erwachsenenbildung nach der Geburt der Tochter, acht Jahre Produktmanagerin beim Anbauverband Naturland 

 

Persönliches

 

geschieden, eine Tochter, 18 Jahre alt

        

Mundgerechte Biokost für Konzerne

 

Mit fünf Angestellten einen Fachgroßhandel betreiben, der jeden Kunden in NRW und anderswo innerhalb von 24 Stunden beliefert – da sind Tempo, Präzision und Logistisches Talent gefragt. „Straff und straight“ organisiert Gabriele Rempe ihr Unternehmen. Professionalität erwartet sie auch von ihrem Team, und ihre „blauäugige“ Personalführung stellte sich nach der Gründung als schwierigste Hürde heraus. „Viele finden Bio toll, erwarten aber gemütliche Arbeitsbedingungen. Ich habe den Mitarbeitern anfangs zuviel Eigenverantwortung übertragen und zu oft gesagt: Könnten wir vielleicht....? statt eine klare, konsequente Linie vorzugeben. Im zweiten Jahr habe ich dafür mit 70.000 DM gebüßt.“
 In Fortbildungen lernte Gabriele Rempe, Klartext zu reden, was im Männer dominierten Großhandel auch bei den Lieferanten wichtig ist, etwa bei Reklamationen: „Vorurteile äußern sich eher unterschwellig. Nach dem Motto: Einer Frau kann man ja auch mal die ollen Tomaten andrehen.“ 

 

Unterstützung holt sich die Unternehmerin bei ihrem Geschäftspartner, dem 30 % der GmbH gehören. „Dort habe ich mir viel Knowhow abgeguckt.“ Bios befindet sich mit 400 qm Trockenlager und 1000 qm Kühl- und Tiefkühlhaus auf dem Gelände dieses konventionellen Fruchtimporteurs. Zusätzliche Kühlkapazitäten kann Gabriele Rempe flexibel nutzen.

 

Bioläden sprossen längst, als die 44jährige noch bei Naturland beschäftigt war. Sie erkannte den Trend zu mehr Öko auch in Gemeinschaftsküchen und verspürte Lust auf Selbstständigkeit. „Ich wollte etwas bewegen.“ Durch gezielte Akquise – „nie nach dem Gießkannenprinzip“ – konnte die Jungunternehmerin schon rasch Branchenriesen wie Lufthansa, Bahlsen und Bertelsmann zu ihren Kunden zählen. Inzwischen funktioniert auch die Mund-zu-Mund-Propaganda gut. 

 

Bios' oberstes Prinzip heisst Premium-Qualität: bei Produkten, Verarbeitung, Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Service. Beim Kunden kullern die 500 Kilo Kartoffeln oder Karotten nicht aus dem Jutesack in die Küche, sondern sind gebrauchsfertig geschält, gewaschen und geschnitten, ganz nach Wunsch in Scheiben, Viertel oder Stiften. Die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden stehen im Mittelpunkt.
 In Seminaren überzeugt die Chefin zögerliche Küchenteams persönlich von „bio ist besser“: „Meine Kostenkalkulationen und Menüvorschläge sind schon die halbe Miete.“ Inzwischen wächst in ihrer Branche die Konkurrenz. „Wir müssen was tun. Der nächste Step ist, die Kunden verstärkt vor Ort zu besuchen." Ein zeitaufwendiger Service.

 

Bei allem Druck, der auf ihr lastet, möchte Gabriele Rempe doch „auf eine andere Art Geschäfte machen“: Nicht im Stress versinken, erschöpft nach dem Wochenende lechzen, sondern sich jeden Tag fragen. „Was ist heute schön?“ Sie sieht sich um und freut sich über einen Sonnenstrahl auf der Wand. „So was ist doch wichtig!“

 

Zwölf Stunden täglich plus Samstag vormittag plus Kontrolle des Warenausgangs am Sonntag: Diesen Dauer-Einsatz will die Westfälin mit Vorliebe für Ausdauersport allmählich reduzieren, um sich mehr Freiraum für ihr liebstes Hobby zu verschaffen: „Wenn ich 50 bin, will ich Marathon laufen.“ 

 

Gudrun Heyder

 


 

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